pflügende rollatoren

Nacht, die nicht zu Ende geht

Der Schlaf ist gegangen, vor Tagen schon. Er ist gegangen,
und mit ihm die Kalauer, Revierwitze, Oberflächenkontakte
und das konzeptionell bedingte Gefühl der Stärke.
Zwischen den Lidern krabbeln enttäuschte Erwartungen.
Ihre Lederhäute tragen Dornen, fortwährend gebären sie
abgenutzte Metaphern, gewagte Traumräume.
Ein verschämter Blick durch die Tür:
Die Statik stimmt nicht, es würde schmerzen, zu sehr.

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Ich träumte

ich träumte, ich suchte einen ort, an dem ich ganz und gar für mich sein konnte. in meinem traum war der ort eine im bau befindliche garage auf einem abgesperrten gelände mit wild abgestellten silberfarbenen mercedes, denen die kfz-kennzeichen fehlten. wohlgefühlt habe ich mich nicht, aber ich war allein, und kein krieg tobte.

Europaplatz, Ecke Kurze Straße

in der nachbetrachtung

komm lass mich dich neu erfinden wochen
schon hast du gelebt mit dir die haut ist alt
das herzstück scheu und auch du bist wie
du deinen scham pflegst anrüchig jetzt in
der nachbetrachtung mit jeder erinnerung
dunkeln die augen nach die kränze kugeln
zwischen den fingerkuppen es gibt keinen
schmerz den du nicht gefühlt hast komm
lass mich dich neu erfinden du bist schon
alt

Beim Akupunkteur

Die Tür des Behandlungszimmer 2 geht auf, eine Frauenstimme sagt: Sie können Ihre Hose hier ablegen. Die Tür wird geschlossen. Jemand schnauft. Eine Gürtelschnalle ist zu hören, dann ein Beugen, ein Ächzen. Die Atmung ist laut und männlich. Der Gürtel berührt einen der metallenen Pfosten des Ablagestuhls. Der Mann setzt sich auf die Behandlungsliege mit dem Loch am Kopfende, das Ärztekrepp verrutscht, es knistert über dem PVC-Leder.

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Schnee schmilzt