Schlagwort: lernen

umbruch, notiz #240120

darf man vielleicht keinem sagen, vor allem nicht in berlin, aber ich liebe aufbruch, umbruch, übergang und provisorium. wenn der mensch plötzlich nicht mehr zu den orten passt und der ort nicht mehr zu den menschen. wenn bilder und geschichten (allein ja nur) dadurch entstehen, dass man sich selbst neu verorten muss, untereinander und jeden tag. bei menschen, die mit dem verweilen in einem früher die möglichkeit der erschließung neuer gedankenfelder, diskussionsorte erschweren, sehe ich oft angst und den wunsch nach beständigkeit. nach einem «das muss jetzt aber mal» und «ich will auch mal ruhe». ich hab auch angst. ich hab gerne meine ruhe. ich hätte manches auch gerne anders in meinem leben. und mein päckchen, das ich mit mir rumtrage, hat seine ganz eigene schwere. aber das ist okay. weil heute nicht wie gestern und morgen nicht wie heute sein wird. weil ich bereit bin, altes einzureißen und neues aufzubauen. weil ich – endlich – gelernt habe, dass reden hilft und baustellen mich neugierig machen, mich auf ihre eigenästhetische art und weise freudig stimmen. und weil ich in einer gesellschaft leben möchte, die den umbruch zelebriert, rückschläge feiert und am lernprozess freude empfindet. die auf forschungsergebnisse gespannt ist, die in zehn jahren wieder revidiert werden, was dann wiederum gefeiert wird, denn wir verändern uns ständig und in allen bereichen und das für sich annehmen zu lernen, ist das, was diversität ausmacht.