„La Sylphide“ – Theater Kiel

Wann geht es nicht um Wandlung; nach dem Aufgang („Kind, hier muss man Treppen steigen“) dort sitzen, wo die Decken nahe sind, im sehnsuchtverbauten Stil der fünfziger Jahre, auf Klappstühlen Luftgeister spüren, durch die offenen Fenster unterm Dach. Neben mir die Frau, die an der Garderobe ihre „Straßenschuhe“ abgegeben hat. Licht ist das, was mich hält.
Auf der Bühne: Walt Disney im Spitzentanz. „Schotten, das sollen Schotten sein“, heißt es hinter mir, die karierten Röcke kulturell einordnen wollend. Es hätte auch ein anderer Rock getan.

„„La Sylphide“ – Theater Kiel“ weiterlesen

Innere Architektur

Man braucht eine Stele in sich. Etwas, das steht, und zwar fest, fest und aus Granit, mit Inschriften, Begrenzungen, Wegweisern. Ohne Stele keine Orientierung – nicht im Sieg, nicht in der Niederlage. Am Ende braucht man etwas, das herausragt aus einem. Von der Mitte kommend, durch die Speiseröhre, den Kopf überstreckt und der Mund zum Rund – hinaus!

5:19 Uhr, Hannover Aegidientorplatz

Auf der ersten Ebene der unterirdischen Haltestelle am Aegidientorplatz stehen vereinzelt Menschen. Sie schweigen. Vorne am Bahnsteig in Richtung Stadtmitte steht ein älterer Mann in einer jägergrünen Jacke. Er starrt einen weißen Fleck auf dem Ziegelstein-Boden an. Dann schabt er mit seiner rechten Turnschuhspitze mehrfach über den Fleck. Der Fleck bleibt. Der Mann zieht seinen Fuß zurück.

„5:19 Uhr, Hannover Aegidientorplatz“ weiterlesen

Übergang

Die Städte sind eins, und sie sind es nicht
der Straßenmusikant ruft
alles klar. Alles klar
aber vielleicht ist es das gar nicht
der Wind pfeift durch den Flur der Holtenauer Straße
es ist nicht gut, irgendwo anzukommen
im Winter